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Sport

Davor Šuker

Seit die ersten Bälle, fast zur gleichen Zeit, von England und Prag kamen, ist Fußball die populärste Sportart. Ein frischer Impuls wurde 1998 mit dem dritten Platz in der Weltmeisterschaft mit D. Šuker und Z. Boban als Markennamen gegeben, aber der eigentliche Höhepunkt war der 3:0-Sieg über Deutschland. Erwarten Sie nicht zu viel von der heimischen Fußballmeisterschaft: die besten Spieler wurden flugs exportiert, ohne jeden Nutzen für die Staatskasse.

Basketball hat sich von dem Erfolg bei den Olympischen Spielen 1992 nie erholt, als die amerikanische Traummannschaft im Finale spielte und nachdem sein charismatischer Kapitän, D. Petrović, als erster Europäer die hohe Hürde des amerikanischen Skeptizismus gegenüber europäischen Spielern übersprang und sich selbst auf NBA Rasen beweisen konnte; er starb bei einem Autounfall.

Die Kroaten sind traditionell in den oberen Weltstaffeln in Handball, Wasserball und Bowling vertreten.

Wegen des Mangels an guten Skigebieten ist Skifahren im benachbarten Slowenien und Österreich eine populäre Freizeitaktivität und eher eine Art soziales Statussymbol als eine Wettkampfart. Die Besucher aus Kroatien machen einen großen Teil der Touristen in Österreich aus. Zum Ärger der Kroaten sind die österreichischen Gastgeber viel besser im Finden von bezaubernden Wegen, ihre Gäste ihre Kreditkarte öfter benutzen zu lassen.

Janica KostelićDoch es ist paradox, daß Janica und zu einem geringeren Maß ihr Bruder Ivica Kostelić in der strahlenden österreichischen Vorherrschaft im Slalom in den Olympischen Winterspielen und im Weltcup erfolgreich waren. Janica bleibt für immer die kroatische Schneekönigin.

In Zwischenzeit sind die Weltmeisterin in Hochspringen, Blanka Vlašić, und der Fußballspieler Ivica Olić, die neue Lieblingen Kroatiens geworden.

Ein ähnliches Paradoxon ist das Boxen: Mehrere Welt- und Europameister im Amateur- und Profiboxen gingen aus Kroatien hervor, ohne dass organisierter Wettbewerb besteht.

Goran Ivanišević

Eine lange Tradition in den Disziplinen Tennis und Rudern sichert fast regelmäßig wenn auch nicht höchste - Ränge und Medaillen, einen stetigen Nachrichtenfluss in den Sportmedien. Es scheint nahezu unmöglich, dass sich die Erfolge des starken aber fast abgeschriebenen Servers Goran Ivanišević (des Siegers von Wimbledon im Jahre 2001) und des kroatischen Nationalteams (Davis-Cup 2005) so bald wiederholen könnten.

Angeln, sei es nun in den Gewässern von Donau, Drau, Sava, Neretva und ihren Nebenflüssen oder den Forellengründen von Gacka und Dobra, ist einer der meist favorisierten Zeitvertreibe; in der Adria zu angeln und das Ansehen, das die Meister genießen, ist nicht weit entfernt davon, eine besondere religiöse Sekte zu sein.

Wandern ist im Nordwesten sehr populär, Exkursionen am Wochenende auf nahe gelegene Berge (Hügel, um die Wahrheit zu sagen!), nach Kapela, Velebit und Biokovo für Anspruchsvollere, werden von verschiedenen Vereinen mit einem Anklang an Bruderschaften mit offenem Ende organisiert.

Segeln ist eine beliebte Beschäftigung der Superreichen, hauptsächlich Sportlern großer Klasse, die ihr Geld als Spieler im Ausland verdient haben (und nie ernsthaft von den lokalen Steuerbehörden belästigt wurden) und Ausländer; die Kenner schwören darauf, dass die Wetterbedingungen für das Segeln allen anderen Orten auf der Welt absolut überlegen sind.

Leute mit einem mäßigen Einkommen und die Gesundheitsbewussten frönen, unterstützt durch die Medien, weniger schicken Aktivitäten wie Joggen und Radfahren. Gruppenjoggen für einen guten Grund, zum Beispiel am See Jarun in Zagreb, zieht nun Tausende von Läufern aller Altersklassen an, vor einigen Jahren war das noch etwas eigentlich Unerhörtes.



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Wie man in Kroatien überleben und sich sogar wohl fühlen kann - Ein Handbuch für Ausländer in Kroatien © Jakov Buljan, 2006
Illustrationen: Dubravko Mataković     Sprachen-Redakteur: Francesca Brizi